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Kalymnos - Insel der Fischer und Taucher

Von Griechische Inseln Team |

Im Nautischen Museum auf Kalymnos dreht sich alles um den Schwamm. Dort begreift man, welche Bedeutung die Schwammtaucherei einst für die Insel hatte – und wie gefährlich das Leben der Taucher war. Der Eintritt ist kostenlos, die Exponate werden auch auf Englisch erklärt. Natürlich sind im Museum auch Schwämme zu sehen. Über 5000 Arten sind bekannt, doch nur wenige davon eigenen sich für den menschlichen Gebrauch. Schon die Minoer nutzten sie zur Körperreinigung, Homer erwähnt sie in der Odyssee, die Schüler des Hippokrates schätzten sie wegen ihres Jodgehalts für die Wundversorgung und Therapie. Wie weit die Kalymnier reisten, um Schwämme zu ernten und zu verkaufen, belegen zahlreiche alte Fotografien und andere Objekte. Da ist z.B. ein Foto zu sehen, dass die mit Schwämmen beladene Kamelkarawane eines kalymnischen Händlers in Tunesien zeigt oder das deutschsprachige Werbeplakat eines gewissen Theodor Eliadis aus dem Jahr 1880, der in Frankfurt am Main eine Schwammgroßhandlung betrieb. Andere Fotos belegen, wie sehr die alte Uferfront der Inselhauptstadt Pothia von der Schwammtaucherei geprägt war und wie tränenreich der Abschied war, wenn die Männer für mehrere Monate davonfuhren. Noch 1959 beliefen sich die Fangerträge auf fast 100 000 kg, 1989 waren immerhin noch 45 Boote mit 180 Mann unterwegs, die per anno 15 500 kg anlandeten. Heute sind nur noch knapp 20 kalymnische Boote auf der Suche nach Schwämmen unterwegs.

Kalymnos

Eine Fischerinsel ist Kalmynos aber geblieben. Etwa 1000 Familien leben direkt oder indirekt vom Fischfang. Hier kümmert man sich nicht um Sardinen und Sardellen, sondern fährt mit größeren Booten im Winter zum Schwertfisch - und im Sommer zum Tunfischfang. Der Tun wird bis nach Japan verkauft, der Schwertfisch seines Schwertes beraubt, in Kisten verpackt und bis in die Pariser Markthallen exportiert. Der Tourismus ist auf Kalymnos für die meisten nur ein Nebenerwerb. Die wenigen größeren Hotels konzentrieren sich auf die Westküste, das einheimische Leben aber spielt sich im Sommer wie im Winter gleich intensiv in der trubeligen Inselhauptstadt ab. Ouzerien und Fischtavernen gibt es en masse; die Zahl der Lokale ist im Winter größer als im Sommer. Die Stadt ist denn auch das Haupterlebnis auf Kalymnos.

Ein Ausflug per Linienbus oder Mietfahrzeug gehört dem Mandarinental von Vathy, zu dem man in etwa zwei Stunden auch auf einem alten Maultierpfad über die Berge hinüberwandern kann. Hier scheinen Norwegen und das Mittelmeer aneinander zu stoßen. Hohe, kahle Berge umschließen ein 6 km langes und etwa 1 km breites wasserreiches Tal. Zwischen über 30 000 Mandarinen- und Clementinen, 7000 Orangen - und ein paar hundert Zitronenbäumen stehen kleine, locker bebaute Weiler und vereinzelt immer wieder Häuser und Villen. Den Talausgang bildet ein ganz enger, leicht gewundener, von kahlen Felsen gesäumter, etwa 300 m langer Fjord, auf dem Dutzende von kleinen Booten vertäut sind. Grandios wohnen kann man hier in der kleinen Pension des alternden Ex-Taxifahrers Manolis, der inzwischen das Revier gewechselt hat und ein Wassertaxi betreibt, auf das er seine Gäste manchmal einlädt, um zum Barbecue an einen einsamen Strand zu fahren. Eine Tagestour führt von der Inselhauptstadt aus an Kreuzritterburgen und Resten frühchristlicher Basiliken, von Mönchen oder Nonnen bewohnten Klöstern und einigen Stränden vorbei die ganze Westküste entlang bis hinauf nach Emborio. Da ist es herrlich ruhig; am schmalen Strand stehen nur wenige Liegestühle unter schattigen Tamarisken. In der Taverne Harry’s sitzt man wie in einem Paradiesgarten, in der Taverne direkt am Anleger unter ehemaligen Fischern, die jetzt die Fischzuchtbecken vor der Küste betreuen – und von der am Hang über dem Ort gelegenen Taverne Barba Nicolas aus blickt man über den ganzen Sund zwischen der Westküste von Kalymnos und der sich an sie anschmiegenden Insel Telendos.

Gastbeitrag von Klaus Bötig

Beitrag aus: Südliche Sporaden - Dodekanes |


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