Andros
Von Griechenland Fan | 3.Februar 2009
Andros ist die zweitgrößte Insel der Kykladen nach Naxos, ist in Deutschland aber kaum bekannt. Das liegt vor allem daran, dass die Insel weder einen Flughafen noch direkte Fährverbindungen mit Piräus besitzt. Die Fähren dorthin fahren in Rafina an der Ostküste der attischen Halbinsel ab. Vom Athener Flughafen dorthin zu kommen, ist überhaupt kein Problem: Etwa alle zwei Stunden pendelt ein Schnellbus zwischen Airport und Hafen von Rafina.
Zum Baden gibt es viele besser geeignete Inseln, obwohl auch Andros einige gute Strände besitzt. Historische Sehenswürdigkeiten von Rang sind die Ruinen der hellenistischen Stadt Paleopolis und der Siedlung Zagora aus geometrischer Zeit, also aus dem 9./8. Jh. v.Chr. Bei Wanderungen stößt man immer wieder auf die schönsten Trockensteinmauern der Ägäis (siehe Foto).
Andros, die nördlichste Insel des Archipels, ist nur zum Teil so, wie man sich die Kykladen vorstellt. Große Teile der Insel sind üppig grün; überall in den fruchtbaren Tälern und an den Hängen ragen Zypressen hervor, die der Insel ein wenig italienisches Gepräge geben. Die Häuser wirken wohlhabender, weisen mit ihren roten Ziegeldächern auf festländische, nicht auf kykladische Vorbilder hin. Wasser gibt es hier genug, man braucht keine Flachdächer, auf denen sich Regen sammeln lässt.
Auch die vielen von Wohlhabenheit zeugenden, mehrstöckigen Herrenhäuser aus dem 19. und frühen 20. Jh. haben auf den anderen Kykladen kaum ihresgleichen, erinnern eher an die nordostägäischen Inseln Lesbos und Chios. Andros ist aber nicht nur wegen seines Wasserrreichtums reich geworden, sondern vor allem durch den Unternehmungsgeist seiner Reeder und Kapitäne. Sie haben ihrer Heimatinsel viele großzügige Bauten geschenkt, die jetzt vor allem die Inselhauptstadt Andros schmücken – darunter ein sehr modernes Archäologisches Museum und eins der besten griechischen Museen für Moderne Kunst.
Gastbeitrag von Klaus Bötig
Beitrag aus: Kykladen |
...gehe weiter zu:
« Anafi | Startseite | Taubenhäuser auf Tinos »
