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Karpathos

Karpathos liegt auf halber Strecke zwischen Rhodos und Kreta. Die griechische Insel Karpathos ist mit 330 km² Fläche die zweitgrößte Insel der Dodekanes Inselgruppe nach Rhodos. Etwa 5400 Menschen leben auf ihr. Karpathos ist eine gebirgige Insel und in ihrer gesamten Erscheinung von Norden nach Süden hin linienhaft lang gezogen. Die Höchste Erhebung ergibt sich in Form des Kali Limni Berges mit 1.215 Metern. Einst gab es auf der Insel Karpathos eine recht üppige Bewaldung. Diese fiel aber leider mehrmaligen Waldbränden zum Opfer, die sehr verheerend für die Insel waren.

Kirche auf KarpathosDie Haupt- und Hafenstadt von Karpathos ist Pighadia mit etwa 3.000 Einwohnern. Sie ist verhältnismäßig modern, erscheint etwas gleichgültig in ihrer Architektur, ist dafür aber mit einer natürlichen und landschaftlichen Schönheit gesegnet. Gegründet wurde die Stadt um 1.000 v. Chr. von den Doriern, die sie Poseidion nannten. Im Mittelalter gab man Poseidion allerdings wegen der ständigen Überfälle durch Piraten auf und so wurde sie erst einige Jahrhunderte später unter dem Namen Possi wieder aufgebaut. 1892 ernannte der türkische Gouverneur die Stadt zur Hauptstadt Karpathos und sie bekam wenige Zeit später den Namen Pighadia.

Während die Dörfer auf Karpathos ringsum in höheren Lagen und auf Felsebenen wie Burgen sitzen, befindet sich Pighadia tief in einer Bucht, die Vronti Bucht, hinter einem endlos langen Strand. Der Baustil der Häuser auf Karpathos ist recht schlicht, hat aber dennoch seinen Reiz. Gebaut sind die Häuser entweder in gerader Front oder in Form eines „L“. Vor den meisten wurde ein gepflasterter und von einer Mauer umgebener Hof angelegt.



Neben attraktiven weichen Sandstränden sind Karpathos’ Küsten aber auch mit tiefen Meereshöhlen und –zungen versehen. Es gibt viele Kaps an denen sich das Meer stürmisch bricht. Von Pighadia aus führen einige Wege in schattenreiche Dörfer, vorbei an kleinen byzantinischen Kirchen und rauen zerfallenen Burgen.

Olymbos ist wahrscheinlich der bekannteste Ort der Insel Karpathos, aber mindestens genauso berühmt wie Pighadia. Von der Insel Saria, die nur in wenigen hundert Metern Entfernung nördlich von Karpathos liegt, kamen im Jahre 1420 Einwohner um die Stadt zu gründen. Sie flohen vor den häufigen Überfällen durch Sarazenen und Piraten in die Berge. Dort konnten sie isoliert von der Außenwelt ihr Leben fristen, was sich auch in der eigentümlichen Art der Sprache, dem dorisch beeinflussten Dialekt der Olymbites, wiederfindet. Unverändert sind bis heute auch die Kunst, Kultur und gewisse Bräuche. Von der Küste aus ist Olymbos kaum auszumachen, weil es an einem uneinsehbaren Berghang gelegen ist. Umliegend gibt es Täler, auf denen noch bis heute Felder bestellt und bewirtschaftet werden. Mit dem Auto kann man den Ort nur vom Süden her über eine holprige Schotterpiste erreichen. Erst seit 1980 gibt es dort Strom. Erwähnenswert ist auch die typisch festausgerichtete Windmühle. Sie ist eine der letzten ihrer Art, die noch in Betrieb ist. Ihr Mehl gibt den, in holzbefeuerten Backöfen gebackenen dunklen Broten die Tradition.

Bereits in der Antike war Karpathos besiedelt. Damals war die Insel sehr fruchtbar. Die vier Städte Poseidion (das heutige Pighadia), Arkassa, Vrykous und Nisyros wurden von den Doriern gegründet. In den darauf folgenden Jahrhunderten war Karpathos dann ein enger Verbündeter von Athen.

Gasse auf Karpathos

Im Jahre 1944 litt die Bevölkerung von Karpathos unter einer großen Hungersnot nachdem die deutsch-italienischen Besatzungstruppen abzogen. Aus dem Dorf Finiki fuhren sieben Fischer notgedrungen ohne Kompass oder Funkgerät nach Ägypten um dort Hilfe zu ersuchen. Ihre Expedition war erfolgreich, denn sie kamen an Bord von britischen Kriegsschiffen, die mit Nahrung und Medizin beladen waren, zurück in die Heimat. Auf Karpathos erinnert noch heute ein Denkmal an die selbstlose Heldentat der sieben Männer.

Obwohl der Flughafen von Karpathos am südlichen Ende der Insel ziemlich klein ist, wird er täglich durch Olympic Airlines von Athen, Rhodos und Kassos aus angeflogen. Zudem kann man im Sommer zusätzliche Charterflüge nach Karpathos buchen. Die Insel ist nicht zuletzt auch wegen der guten und bei Surfern sehr beliebten Windstatistik daher touristisch gut erschlossen.

Kulturell gesehen ist Karpathos von großem Wert für die altgriechische Kultur, weil hier viele Traditionen überlebt haben, die überall sonst in Griechenland schon ausgestorben sind, oder nur noch zum Teil Bestand haben. Nicht nur kulturell sondern auch in der Einstellung ist Karpathos konservativ. Die hauptsächlichsten Formen der Kunst auf Karpathos sind die Poesie und die Musik. Eine Komposition der beiden Bereiche brachte die Bezeichnung Mandinades mit sich. Sie besteht aus 15silbigen Versen und wird als Couplet zusammengefügt.