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Saria

Saria – Insel mit Piratendorf. Karpathos selbst steckt schon voller Überraschungen. In der ganzen Ägäis einzigartig aber ist das kleine, heute unbewohnte Inselchen Saria, das eine nicht einmal 100 m breite Meeresenge von der Nordspitze von Karpathos trennt. Bis zum 2. Weltkrieg lebten auf Saria einige Menschen in zwei Weilern. Zwischen Mai und September fahren jetzt gelegentlich Ausflugsboote von Diafani und Pigadia aus zur etwa 80 Minuten von Diafani entfernten Bucht von Ta Palatia auf Saria.

Bucht auf der Insel Saria 


Für geschichtlich Interessierte, aber auch für seefeste Freunde schöner Küstenszenerien ist dieser Törn nach Saria ein Muss! Das Kaiki passiert Steilküsten, Meeregrotten und Miniatur- Kieselstrände, die von Land aus überhaupt nicht zu erreichen sind, und läuft dann in eine von Felsen gerahmte Bucht ein. Auf zwei Seiten ragen Hänge auf, die mit eigenartigen Natursteinbauten übersät sind; die dritte Seite bildet eine steile Felswand, von der die weiße Kapelle Agios Zacharias herunterblinkt. In der Felswand öffnet sich eine wilde Schlucht, durch die man in etwa 40 Minuten nach Argos hinauf wandern könnte, einem der beiden ehemaligen Weiler auf Saria.

Geht man vom Anleger zunächst etwa 150 m das Trockenbachbett entlang, kommt man linker Hand zur modernen Kapelle Agia Sofia. Überall um die Kapelle herum sind Säulen und Kapitelle verstreut. Sie stammen von einer frühchristlichen Basilika, in deren Apsis hinein die neue Kapelle gebaut wurde. An den Hängen scheinen viele unverputzte Natursteinkapellen zu stehen. Tatsächlich handelt es sich aber um ehemalige Wohnhäuser. Sie ähneln mykenischen Kuppelgräbern oder auch apulischen Trulli. Wann sie entstanden weiß niemand genau – offenbar sind sie aber viel älter als die berühmten mittelalterlichen Ruinenstädte Griechenlands, wie Mistras auf dem Peloponnes oder Paleochora auf Ägina. Der Haustypus ist für Griechenland sehr ungewöhnlich. Wahrscheinlich wurde Ta Palatia von arabischen Freibeutern im 8. oder 9. Kj. Als Stützpunkt gegründet. Dann wäre es die einzige aus jener Epoche erhaltene Siedlung in der Ägäis.

Autor: Klaus Bötig